Wenn die Kilos nicht purzeln wollen...

Wenn die Kilos nicht purzeln wollen...

Sport, Diät und und und, aber der Zeiger der Waage will einfach nicht nach unten gehen....
So oder so ähnlich wird der vermeintliche Misserfolg von Diäten sehr häufig kommentiert. Die Versprechungen, in kurzer Zeit bedeutend an Gewicht zu verlieren, wecken Hoffnungen, die in vielen Fällen enttäuscht werden.

 

Abnehmen im Sinne von Fettabbau muss nicht immer mit einem Verlust an Körpermasse und –gewicht einhergehen.

Unser tägliches Körpergewicht variiert oft deutlich. Der Wasserhaushalt, die Füllung des Magen-Darmtraktes, hormonelle Veränderungen, bei Frauen etwa durch den Menstruationszyklus bedingt, sorgen dafür, dass ein Mensch ein sich permanent veränderndes Körpergewicht hat. Eine Differenz von bis zu zwei Kilogramm auf der Waage ist vollkommen normal, obwohl zwischen den Messzeitpunkten nur wenige Stunden oder Tage liegen.

 

Wenn sich auf der Waage trotz strenger Diät lange Zeit nichts mehr tut, gibt es dafür verschiedene Erklärungen:

 

Oft scheidet der Körper zu Beginn einer Gewichtsabnahme verstärkt Wasser aus. Die Pfunde purzeln – scheinbar, denn Fett geht dabei nicht verloren. Erst allmählich beginnt der Abbau von Fettgewebe. Das macht sich auf der Waage wesentlich langsamer bemerkbar, manchmal tut sich lange Zeit gar nichts. Das ist jedoch kein Misserfolg. Das neue Gewicht zu halten, ist eine der schwersten Übungen. Wer das erreicht, hat schon viel geschafft. Machen Sie einfach konsequent weiter und haben Sie Geduld.

 

Eine weitere Erklärung für einen Gewichtsstillstand:

Sie trainieren sehr gut. Muskeln werden aufgebaut und machen sich auf der Waage bemerkbar. Kräftigere Muskeln tragen dazu bei, dass Ihr Körper straffer und schlanker aussieht. Außerdem muss der Körper in Muskelgewebe mehr Energie investieren als in Fett – deshalb helfen Muskeln langfristig, das Gewicht zu halten und zu verringern. Und bedenken Sie: Muskeln sind gewichtiger als Fettmasse. Mehr Pfunde durch Muskelaufbau sind also kein Manko, sondern ein echter Erfolg.

 

Jedes Pfund verlorene Muskulatur verringert den täglichen Energieverbrauch um etwa 50 bis 100 kcal!

Muskulatur wiegt mehr als Fett. Wenn eine Frau durch Krafttraing oder auch Ausdauersport ihre Körperkomposition verändert, besitzt sie mehr magere Muskelmasse und weniger Fett. Dies könnte dazu führen, dass ihre Waage eine leichte Zunahme anzeigt. Sie könnte mit 59 kg und 30% Körperfett begonnen haben und nach einiger Zeit 51 kg mit nur 20% Körperfett vorweisen. Das sähe dann in etwa so aus: Querschnitt durch einen Oberschenkel nach einem Jahr konsequentem Kraft- und Ausdauertraining.

Jetzt wird Ihnen klar, dass die Waage als Marker für einen Erfolg beim Fettabbau ungeeignet ist, denn sie erfasst einerseits tägliche Gewichtsschwankungen und kann andererseits Muskelmasse nicht von Fettmasse unterscheiden. Trotzdem wird das Ziel, schlanker zu werden und Fett abzubauen im Grunde erreicht.

 

Kann man Fett nur mit aerobem Training verbrennen?

Richtig ist: Inzwischen wissen wir, dass der beste Verbrennungsmotor des Körpers hohe magere Muskelmasse ist. Wenn Sie keine Muskeln haben, können Sie auch kein Fett verbrennen! Eine Messung des Körperfettanteils liefert eine genauere Angabe, ist aber nicht zwingend notwendig.

 

Ein Blick in den Spiegel, das Packen einer Hautfalte oder der Bauch- und Hüftumfang zeigen sehr deutlich an, wenn sich beim Körperfettanteil etwas verändert hat. Bleiben Sie drin im bewegten Leben.

 

Damit das funktioniert, beachten Sie folgende einfachen Tipps:
 

  • Der Sport muss Spaß machen. Wer Sport rein zweckorientiert betreibt, eben immer mit dem Ziel "Abnehmen" vor Augen, wird bald wieder aufhören, wenn sich nicht in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Erfolge einstellen. Wenn man den Sport allerdings gerne macht und sich auf jede Trainingseinheit freut, ist Durchhalten garantiert.
     
  • Führen Sie Buch über Ihre sportliche Betätigung der gesamten Woche, um sich selbst Trainingserfolge aufzuzeigen. Listen Sie die einzelnen Aktivitäten mit Art, Intensität und Dauer auf. Beispiel: 30 Minuten Fahrrad bei Herzfrequenz 145, 4 mal 30 Wiederholungen Beinpresse....etc. So können Sie prüfen, wie viel von der Zeit, die Sie im Studio verbringen, Sie tatsächlich auch in Bewegung umsetzen.
     
  • Gestalten Sie Ihren Alltag bewegt: Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto usw. sind Tipps, die zwar etwas abgegriffen klingen, aber Sie können damit Ihr Bewegungspensum um ein Vielfaches steigern.